Abhängig vom situativen Kontext und der Intention des Glossators erfüllen Glossen unterschiedliche Funktionen.

Voraussetzung funktionaler Analysen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funktionale Analysen von Glossen gehen von einem Glossenbegriff aus, der nicht nur auf volkssprachliche Glossen fokussiert und diese pauschal als Instrumente zum lexikalischen Studium der lateinischen Texte wertet. Voraussetzung ist vielmehr eine ganzheitliche Analyse aller durch Glossatoren erstellten Eintragungen, seien es Hilfen zur syntaktischen Dekodierung, prosodische Anweisungen oder grammatische Kommentare. Hierbei sind sowohl lateinische als auch volkssprachige Eintragungen gleichermaßen zu berücksichtigen.

Funktionale Kategorisierung von Glossen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lexikalische Glossen: Synonyma, Übersetzungen, Paraphrasen, Kommentare (etymologisch, enzyklopädisch), Textinterpretationen
  • Grammatische Glossen: gramm. Kommentare (z.B. 'Ablativ'), Verdeutlichungen (z.B. Subjektspronomen, Präpositionen [z.B. Glossierung von 'publicis' mit lat. 'cum' zur Verdeutlichung des Kasus - csg, cod.134, fol. 39, Z.2]), syntaktische Konstruktionshilfen
  • Morphologische Glossen: Lehnbildungen, Glossierung durch Affixoide
  • Phonologische Glossen: Aussprachehinweise, prosodische Kommentare, Akzente


Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glaser, Elvira. 2003. "Typen und Funktionen volkssprachiger (althochdeutscher Eintragungen im lateinischen Kontext." In: Sprachwissenschaft (28): 1-27.

Wieland, Gernot. 1983. The Latin Glosses on Arator and Prudentius in Cambridge University Library, ms GG.5.35. Toronto (Ont.): Pontificial Institute of Medieval Studies.

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